Bete und arbeite.
DIE NONNEN VON
CHANTELLE



Wie ein Adlernest sitzt die Abtei am Hang über dem Flüsschen Bouble.


EIN LEGENDÄRER ORT IM LAND DER BOURBONEN.
Unmittelbar hinter den Häusern des Ortes Chantelle versteckt sich das Kloster des Heiligen Vinzent. Es ist so still hier, dass nicht einmal das Rauschen des Flüsschens Bouble aus der dicht bewaldeten Schlucht heraufdringt. Trutzig steht sie da, die Abtei aus dem Mittelalter. Über Türmen, Türmchen und hohen Kaminen spannt sich ein Himmelsblau, als hätte es Albert Uderzo für seinen Helden Astérix erschaffen.
Die Idylle wird aber jäh unterbrochen, wenn der weiße Lieferwagen über das Kopfsteinpflaster hüpft und mühsam im Wirtschaftshof des Klosters wendet. Dort schwenkt bereits eine alte Holztüre geheimnisvoll auf, akkurat geschnürte Pakete erscheinen und werden sofort verladen. Schon brummt der Motor wieder und trägt die Last davon. In der Zwischenzeit hat sich jene Türe unmerklich geschlossen, still ist es geworden.
Aber nur bis man den ersten Schritt über die Schwelle des Klosterladens setzt. „Bon jour” und „bienvenu”. Der Empfang ist herzlich und geschäftig, beladen mit guter Laune und einer zutiefst ehrlichen Freude am Dasein. Es sind Benediktinerinnen, die hier leben, arbeiten und ihrer gemeinschaftlichen Ordensregel treu ergeben sind. Im Gebet holen sie sich zu Ehren des heiligen Vinzent neue Inspiration für jene kosmetischen Produkte und Toiletteartikel, die sie seit mehr als 50 Jahren in ihrer Klostermanufaktur herstellen. Und der Heilige zeigt sich großzügig. Denn mit manuellem Geschick und einem glücklichen Händchen für neue Ideen, Konzepte und Rezepturen überraschen die Schwestern immer wieder aufs Neue. In einem eigens angeschafften Laboratorium verwandeln sie hochwertige Rohstoffe zu einzigartigen Cremes, Seifen und Lotionen. Das Beste ist gerade gut genug. Und sowas gibts halt nur bei den Nonnen von Chantelle.

GEBÄUDE AUS EINER ANDEREN ZEIT.
Das gesamte Klosteranwesen samt umlaufendem Wallgarten beeindruckt und zeigt sich trotz des hohen Alters gut in Schuß - den Einnahmen aus der klostereigenen Manufaktur sei Dank. Nur wer das dunkelgrüne Türchen in der Fassade findet, erlebt dahinter ein zutiefst romanisches Kirchenschiff. Im Jahr 937 soll der Grundstein gelegt worden sein.

Während des Mittelalters nannten die Bourbonen den Besitz ihr Eigen und legten den roten Empfangsteppich für die berühmteste aller Bewohnerinnen aus: Anne de Beaujeu. Sie war die Tochter des französischen Königs Ludwig XI. und dessen zweiter Frau Charlotte von Savojen. Als klug und talentiert beschrieben, übernahm Anne 1483 auf Wunsch des sterbenden Vaters die Regentschaft im Namen des noch minderjährigen Bruders, des späteren Karl VIII. Sie konnte mit Hilfe ihres Gemahls Pierre de Beaujeu, Herzog von Bourbon, den Thron entschlossen und erfolgreich bis zur Übergabe an den heranwachsenden Bruder sichern.
1491 zog sie sich als Anne von Frankreich von den Regierungsgeschäften zurück und verlegte alsbald den Wohnsitz nach Chantelle, wo sie 1522 verstarb.
Von der großen Bühne des Weltgeschehens beinahe wieder vergessen, trat Kardinal Richelieu 1635 hier mit überaus zerstörerischer Wirkung auf, bis es nicht mehr viel zu holen gab. Zuletzt enteigneten politische Streiter den großzügigen Besitz im Namen der Französischen Revolution und bauten zuallererst den großen Turm ab, um die Steine als Baumaterial zu verkaufen. Danach wurden die restlichen Gebäude en gros verschachert.
Einige Besitzerwechsel später - 1853 - erwarben die Benediktiner der Abtei Pradines das geschundene Anwesen und gründeten das Kloster neu. Papst Leo XIII erhob das Kloster 1890 schließlich zur Abtei.


Wichtiger Hinweis:
Die Viverethek ist keine Apotheke. Produkte werden ausschließlich zur Körperpflege und nicht als Arzneimittel angeboten. Dennoch können Wirkungen vorbeugend oder die Heilung unterstützend wirken. Beschreibungen über derartige Wirkungsweisen und Heilanpreisungen werden nach bestem Wissen, aber ohne Haftung, aus Überlieferungen der Hausmittel, Volks- und Klosterheilkunde recherchiert und nehmen eine Empfehlung Ihres Arztes keinesfalls vorweg.