NASS-RASUR

Einfach und
nachhaltig mit
den richtigen
Hilfsmitteln.



Gewußt, wie:
Eine komfortable Rasur ist ganz einfach.


Ob Bart oder Bein.
Einige Tipps zur Nassrasur
, damit es nicht endet, wie in Wilhelm Busch´s "Der gewandte, kunstreiche Barbier".

Ein durchschnittlicher Mann hat mehr als 25.000 Barthaare, hart wie Draht, und verbringt etwa 3.000 Stunden in seinem Leben mit Rasieren. Feminine Körperbehaarung verschweigt Mann galant.
Sie werden erstaunt sein, wie gut oder um wieviel besser es sich mit den richtigen Hilfsmitteln rasieren läßt.

DIE VORBEREITUNG:
Die Haut muß gut angefeuchtet sein. Möchte man mehr Zeit investieren, können speziell besonders harte Gesichtsbarthaare durch etwa 1/2-minütiges Auflegen eines heißen, feuchten Handtuchs vorgeweicht werden. Gleichzeitig entspannen die angewärmten Gesichtsmuskeln.
Wasser allein ist für eine Rasur aber doch zu wenig. Deshalb verwendet man Rasierseifen oder Rasiercremes.
WARUM KEINE "NORMALE" SEIFE ?
Seifen zum Rasieren werden im Gegensatz zu „normaler” Seife nicht nur mit Natronlauge, sondern mit Kalilauge versetzt, was ihren ph-Wert verändert. Der Schaum weicht das Haar mit leichter Quellwirkung an, hält es für die Rasur aufrecht und die Klinge kappt es schnittfreudig direkt an der Hautoberfläche. Außerdem behält die empfindliche Klinge aufgrund der angeweichten Haare ihre Schärfe länger ohne zu kratzen oder zu schaben.
Man schlägt die Seife mit etwas heißem Wasser und dem Rasierpinsel zu sahnigem Schaum. Den trägt man gleich mit demselben Pinsel auf die zu enthaarenden Hautpartien auf.
Wer etwas fetteren Schaum mag, kann einige wenige Tropfen Öl (z.B. Olivenöl, Mandelöl, Lavandinöl) zugeben. Das Ergebnis ist cremiger, aber nicht ganz so schaumig.
Eine Rasierseife aus der Tube hat von Haus aus eine cremige Konsistenz, die klassisch in der Rasierschale, aber auch direkt auf der Haut mit dem Rasierpinsel - oder mit den Fingern - aufgeschäumt werden kann.

Randnotiz: Rasierseifentube mit Geheimfach.
DEM BRITISCHEN GEHEIMDIENST AUF DER SPUR.

Es könnte sich um eine 007-Persiflage handeln, wäre es nicht wahr. Während des Zweiten Weltkriegs war SOE [ British Special Operations Executive] als aktive Nachrichtendienst-Sondereinheit zur „Durchführung besonderer Unternehmungen” als Sektion D des MI6 tätig.

Auf Seide geschriebene - in typischer Geheimdienstmanier selbverständlich kodierte - Nachrichten rollte man in einen Gummischlauch. Gegen Feuchtigkeit geschützt und mit Rohbaumwolle gepolstert, verbarg eine originale Seifentube das Geheimnis. Der verbleibende Leerraum wurde wieder mit Rasierseife aufgefüllt. Die Tuben konnten also ganz normal verwendet werden, ohne Misstrauen hervorzurufen.

EIN GUTER SCHAUM IST DAS WESENTLICHE:
Rasierseife oder -creme, heißes Wasser und ein guter Pinsel geben den besten Schaum, da kann kaum ein Fertigprodukt aus der Sprühdose mithalten.
Wenn der Schaum mit dem Pinsel geschlagen wird, tut man dies nur mit den Haarspitzen, ohne den ganzen Pinsel herumzuwalken. Den besten und feinstporigen Schaum schlägt ein Dachshaarpinsel.
DER PINSEL: BORSTE GEGEN DACHSHAAR.
Borsten” nennt man robuste Wildschweinhaare. Sie sind natürlicher Herkunft und markieren das preislich und qualitativ untere Segment in der Qualitätsskala. Sie sind sehr wohl gut verwendbar, aber im Gegensatz zu feinem und flexiblem Dachshaar erscheinen die groben Schweinehaare widerspenstig, borstig - wie der Name bereits sagt - und hart. Dies findet seinen Niederschlag in der Qualität des Rasierschaumes. Die viel flexibleren Dachshaare können mehr Mikro-Luftbläschen unter die Schaummasse heben, weshalb ein solcher Schaum dann auch eine bessere Konsistenz und Qualität mitbringt.
Aber auch in der Kategorie der Dachshaarpinsel gibt es Unterschiede. Ein guter und komfortabler Pinsel ist immer einer mit sortenreinem Dachshaar. Steigerungen in Ausführung und Preis sind jederzeit möglich. Absolute Spitzenqualität sind handgefertigte Pinsel mit feinsten Silberspitz-Haaren. Nach akribischer Auswahl werden ausschließlich die extrem elastischen Haare vom Dachshals mit ihrem typischen Farbverlauf von graubraun in das begehrte silbergrau der Haarspitzen in den Pinselschaft eingezogen.
AUCH PINSEL BRAUCHEN PFLEGE:
Nach Gebrauch sollten Rasierpinsel gut ausgewaschen werden. Von Zeit zu Zeit kann man sie in Essigwasser tauchen, um jegliche Reste der alkalischen Seife zu entfernen. Der Pinsel sollte hinterher immer gut abtrocknen können. Geht man mit seinem Pinsel einigermaßen sorgsam um ohne ihn zu beschädigen, kann er es mit einer Lebenserwartung von gut 10 bis 20 Jahren danken.
EINIGE WORTE ZUR KLINGE:
Verwenden Sie Qualitätsklingen, mit denen Sie zurechtkommen. Dabei spielt es eine untergeordnete Rolle, ob sie um eine Ausführung in präziser Klappmessertechnik handelt oder um einen modernen Sicherheitsrasierer mit austauschbarem Ein- oder Mehrklingenkopf. Viel wichtiger ist immer, auf eine saubere, scharfe Klinge zu achten. Stumpfe Messer oder verstopfte Schlepper können zu Reizungen der Haut, Rasurbrand oder kleinen Schnitten führen. Einwegrasierer sind nicht generell abzulehnen, aber die Qualität der harten, wenig flexiblen Klingenblätter kann niemals mit hochwertigen Schneiden mithalten.
Um unbeabsichtigten Schnitten an Hautfalten vorzubeugen, kann man die Haut jederzeit mit den Fingern spannen.

EINE NACHBEHANDLUNG DER HAUT IST WICHTIG.
Nach der Rasur sollte die Haut zuerst gründlich abgespült werden. Löscht man mit (sehr) kaltem Wasser, ziehen sich die Poren prompt zusammen. Diese einfache Therapie kann mithelfen, unangenehme Rötungen, wie sie gerne am Hals auftreten, zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren.
Aftershaves gibt es verschiedene. Empfindlichen, zu Rasurbrand oder Rötungen neigenden Hauttypen seien alkoholfreie Cremes und Balsame empfohlen.
EIN UNGELÖSTES PROBLEM:
Leider läßt sich gegen eingewachsene Barthaare nur wenig machen. Eine Nassrasur dürfte aber eher angraten sein, als elektrische Rotationsgeräte, da das Haar in der Regel gründlicher und hautschonend abgeschnitten wird.
Liegen eingewachsene Haare nur dünn unter der Hautoberfläche, kann man sie vorsichtig mit der Pinzette herausziehen. Sind sie aber tief eingewachsen, sollte man lieber nichts tun. Irgendwann wachsen sie wieder raus. Auf keinen Fall darf die Haut in irgendeiner Form aufgeschnitten oder verletzt werden.
Wer trotz eingewachsener Barthaare nicht auf die Elektrorasur verzichten möchte, dem kann mit einem Dreitagebart geholfen sein.

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Hinweis:
Die Viverethek ist keine Apotheke. Produkte werden ausschließlich zur Körperpflege und nicht als Arzneimittel angeboten. Dennoch können deren Wirkungen vorbeugend oder die Heilung unterstützend wirken. Heilanpreisungen und Beschreibungen über diese Wirkungsweisen werden nach bestem Wissen, aber ohne jegliche Haftung, aus Überlieferungen der Hausmittel, Volks-, Natur- und Klosterheilkunde recherchiert und nehmen eine Empfehlung Ihres Arztes keinesfalls vorweg.