Ondulation

Die Geschichte
der
Haarwellung



Marcel Grateau gilt als Erfinder der modernen Wellfrisur mittels Onduliereisen.


Lockig-welliges Haar war zu jeder Zeit en vogue, vor allem begehrlich für Menschen mit glatter Haarpracht. Es vergingen allerdings Jahrhunderte bis es gelang, haltbare Frisuren nach heutiger Vorstellung zu erschaffen. Dies ist die Geschichte der Ondulation.

Paris, 1870. Mit nur mäßigen Kenntnissen des Friseurgewerbes verschlug es den achtzehnjährigen Marcel Grateau in die elegante Hauptstadt der Franzosen. Seine soziale Lage als angelernter Friseurgehilfe kann als schwierig bezeichnet werden und die Entlohnung reichte kaum aus, die betagte Mutter mit zu versorgen. In der Hoffnung auf finanzielle Besserstellung durch Selbständigkeit, öffnete er 21-jährig einen bescheidenen Frisiersalon. Während dieser Zeit übte er an den lockigen Haaren seiner Mutter, um neue Möglichkeiten zu finden, natürlich gewellte Haare von Kundinnen akkurat zu legen und stärker zu formen, was mit den primitiven Brenneisen jener Zeit keine einfache, dafür umso heiklere Aufgabe war. Verbrannt war schnell.
Dogmatisch vertrat der junge Marcel die Meinung, nur von Natur aus welliges Haar sei für eine Ondulation geeignet. Deshalb traute er sich keine Experimente zu, bis eines Tages - sein Entsetzen war grenzenlos - eine Dame mit sprödem, störrischem Glatthaar elegante Wellen verlangte. Zögerlich machte er sich an die Arbeit und entlies wenig überzeugt die frisch gelockte Kundin. Erstaunlicher Weise kehrte die Frau einige Wochen später begeistert zurück und verlangte neuerlich gewellt zu werden.

Ab diesem Zeitpunkt ersann er verbesserte Werkzeuge und machte sich damit neue, geheim gehaltene Anwendungspraktiken zu eigen. Stetig wuchsen nun Kundinnenzahl und Dienstleistungspreis, sodass am 1. April 1882 ein neuer, eleganterer Salon im Zentrum von Paris eröffnet werden konnte. Das erfolgreiche Ondulationsgeheimnis hütete Monsieur Grateau aber weiterhin streng. Seine neue Art der Haarformung schlug Wellen bis in die honorigsten Kreise der Gesellschaft und sich die betuchten Damen gegenseitig überboten, um vom Meister persönlich onduliert zu werden.
Wie üblich zog auch hier der Erfolg die Neider an, wie Motten dem Licht folgen. Anfeindungen der übelsten Art tönten aus Fachzeitschriften und die Friseure sahen bereits den Untergang ihres Berufsstandes voraus. Unbeirrt ondulierte Herr Grateau in verschlossener Kabine weiter und die Kundinnen dankten es ihm. Doch die Konkurrenz war bereits auf den Plan gerufen und versuchte sich auf ehrliche oder erschlichene Weise in Nachahmungen. Dadurch verbreitete sich die Kunstfertigkeit der Ondulation, sodass diese Fertigkeit bereits zur Jahrhundertwende zum Rüstzeug eines jeden Damenfriseurs und Perückenmachers zählte. Marcel Grateau setzte sich 1897 als Millionär seiner Erfindung zur Ruhe.
Während ursprünglich die Haarsträhnen einzeln über stumpfe Heißeisen geführt und vom Ansatz bis zur Spitze durchgewellt wurden, veränderte sich mit dem scheren-förmigen Onduliereisen des Marcel Grateau die Art und Weise der Wellenlegung zugunsten der weiblich-weichen Frisur mit natürlich wirkender Wellung.


Wichtiger Hinweis:
Die Viverethek ist keine Apotheke. Produkte werden ausschließlich zur Körperpflege und nicht als Arzneimittel angeboten. Dennoch können Wirkungen vorbeugend oder die Heilung unterstützend wirken. Beschreibungen über derartige Wirkungsweisen und Heilanpreisungen werden nach bestem Wissen, aber ohne Haftung, aus Überlieferungen der Hausmittel, Volks- und Klosterheilkunde recherchiert und nehmen eine Empfehlung Ihres Arztes keinesfalls vorweg.