ROSSKASTANIEN

Nicht zu
verwechseln mit
essbaren
Edelkastanien.



Die Türken verfütterten Kastaniensamen an ihre Pferde. Ob davon der Name stammt ?


Samen in stacheliger Hülle.
Wer kennt sie nicht, die manchmal zu gewaltiger Größe herangewachsenen Kastanienbäume in historischen Parks und schnurgeraden Alleen, welche alljährlich im Herbst ihre braunen Samen in Massen zu Boden fallen lassen. Noch vor wenigen Jahrzehnten gab es den sehnlich erwarteten Obolus, wenn sammelfreudige Kinder ihre säckeweise zusammengetragenen "Kesten" für die winterliche Wildfütterung im Forstamt ablieferten.
Die stark bitter schmeckenden Samen enthalten neben rund 15% Wasser, 7% Stickstoffsubstanz, 5% Fett, 3% Rohfaser und 2% Asche, aber auch 68% stickstofffreie Extraktstoffe, davon 28% Stärke. Während wirtschaftlich besonders schlechter Zeiten wurde immer wieder versucht, den bitteren Geschmack für den menschlichen Verzehr zu neutralisieren. Experimente mit alkalischem Wasser oder Alkohol dürften aber an der Komplexität und Kostspieligkeit der Verfahren gescheitert sein.

Für das Wohl der Beine.
Dagegen sind Anwendungen von Extrakten der Aesculus Hippocastanum-Samen [Rosskastanien-Samen] zur Stärkung der Beine seit Langem bekannt und erwiesen. Die Inhaltsstoffe wirken venenstärkend. Aber auch gesunde Beine können insbesondere bei Müdigkeit und Schwere nach langem Stehen zur Vorbeugung von Krampfadern und Beinödemen mit Rosskastaniencreme oder mittels Einreibung verwöhnt werden.


Hildegard von Bingen kannte die Rosskastanie nicht.
Auf den ersten Blick mag es verwunderlich erscheinen, keine Empfehlungen der berühmten Äbtissin zu finden. Die Antwort auf diese Frage ist jedoch ebenso simpel wie überraschend: Hildegard lebte im Mitteleuropa des 12. Jahrhunderts, wo die Rosskastanie völlig unbekannt war. Nach Wien sollen die ersten Kastaniensamen durch des Kaisers »Gesandten in Tibet, Afghanistan und Persien«, Herrn von Ungnad, im Jahr 1576 gelangt sein. Kaiser Maximilian II schenkte sie prompt dem Naturforscher Clusius, der sie erfolgreich pflanzte und später einige Früchte zur Vermehrung weiterverschenkte. In Italien dürfte die Rosskastanie erstmals um 1569 aufgetaucht sein, in Frankreich (über Konstantinopel) 1615 und - last but not least - in England 1629.


Wichtiger Hinweis:
Die Viverethek ist keine Apotheke. Produkte werden ausschließlich zur Körperpflege und nicht als Arzneimittel angeboten. Dennoch können Wirkungen vorbeugend oder die Heilung unterstützend wirken. Beschreibungen über derartige Wirkungsweisen und Heilanpreisungen werden nach bestem Wissen, aber ohne Haftung, aus Überlieferungen der Hausmittel, Volks- und Klosterheilkunde recherchiert und nehmen eine Empfehlung Ihres Arztes keinesfalls vorweg.